Liebe reicht nicht immer
- Scharon Kohls
- 12. März
- 3 Min. Lesezeit
Eine Wahrheit, die ich im Laufe meiner Arbeit – und auch durch eigene Erfahrungen – lernen durfte. Hey, ich bin Scharon und Coach für Paarkommunikation.
Viele von uns glauben, dass Liebe alles lösen kann. Dass zwei Menschen sich nur genug lieben müssen und dann schon alles gut wird. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Liebe ist unglaublich facettenreich. Sie kann tief, intensiv und verbindend sein. Doch Liebe bedeutet nicht automatisch Erfolg oder Glück in einer Beziehung. Denn jeder von uns bringt ein eigenes Paket mit: eigene Erfahrungen, eigene Wunden, eigenen Schmerz.
Wir wählen unseren Partner nicht nur danach aus, ob er gut aussieht oder ob wir uns gut verstehen. Oft spielen auch unbewusste Prägungen eine Rolle – Dinge, die wir bereits in unserer Kindheit gelernt oder erlebt haben.
Manchmal treffen dann zwei Menschen aufeinander, die sich wirklich lieben und eine starke Verbindung spüren. Nach außen wirken sie vielleicht sogar wie „das perfekte Paar“. Doch hinter dieser Verbindung können Themen liegen, die immer wieder aneinander geraten.
Und genau dann zeigt sich eine Wahrheit, die viele nur schwer akzeptieren können: Liebe allein reicht manchmal nicht.

Die Illusion von Liebe als Lösung
Für eine intakte Beziehung braucht es weitaus mehr als nur Liebe. Es braucht die Stärke, Fehler einzugestehen, Veränderungen mitzugehen, den anderen zu unterstützen, Kommunikation – und vielleicht das Wichtigste: eine Entscheidung.
Beziehung bedeutet, sich jeden Tag aufs Neue für seinen Partner zu entscheiden. Nach einem Streit. Wenn die Nächte kurz sind durch die Kinder. Wenn schwierige Phasen auftauchen.
Viele glauben, wenn sie nur genug lieben, wird das schon werden. Doch oft scheitern Menschen bereits bei der Kommunikation mit sich selbst. Sie beschäftigen sich mehr damit, wer welchen Fehler gemacht hat und wann wer was gesagt hat.
Dabei geht es viel mehr um die Dynamik zwischen zwei Menschen. Mit ihr fängt alles an. Aus der Dynamik entstehen erst die „Probleme“, die später unüberwindbar erscheinen.
Warum wir uns Partner aussuchen
„Er ist groß, gut aussehend und charmant – da hatte ich direkt Schmetterlinge im Bauch.“
Doch was viele hier unterschätzen: Diese sogenannten Schmetterlinge können auch ein Hinweis darauf sein, dass etwas in uns stark aktiviert wird. Unser Körper spricht oft viel deutlicher mit uns, als wir glauben.
Wir alle haben unsere Prägungen. Eine Vergangenheit. Eine Kindheit. Und egal wie klein unsere Wunden im Vergleich zu anderen wirken – sie sind und bleiben Wunden.
Vielleicht war unser Vater immer viel arbeiten und emotional nicht so präsent, wie wir es als Kind gebraucht hätten. Dann suchen wir uns später vielleicht Partner, die ebenfalls emotional schwer erreichbar sind.
Oder wir haben Erfahrungen gemacht, in denen unsere Grenzen nicht respektiert wurden. Dann kann es passieren, dass wir auch später immer wieder Menschen anziehen, die diese Grenzen überschreiten.

Wenn Liebe auf ungelöste Wunden trifft
Dann verlieben wir uns Hals über Kopf und sind augenscheinlich glücklich. Bis diese kleinen Momente auftauchen. Diese Stiche. Diese Situationen, in denen wir plötzlich die Kontrolle über unser Handeln oder unsere Worte verlieren.
Und hinterher fragen wir uns: „Warum habe ich eigentlich so reagiert?“
Manchmal wird uns unser Verhalten erst bewusst, wenn unser Partner uns darauf aufmerksam macht. Wenn er uns spiegelt, dass wir ein bestimmtes Muster haben.
Und genau in diesen Momenten kann echte Veränderung beginnen.
Fazit
Vielleicht ist die größte Erkenntnis über Beziehungen diese: Liebe ist unglaublich wertvoll – aber sie ersetzt keine Verantwortung, keine Kommunikation und kein Bewusstsein für sich selbst.
Und manchmal bedeutet Liebe auch, zu erkennen, dass sie allein nicht reicht. ❤️🩹
Eure Scharon



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